Erfüllter leben


Übersicht Leuchttürme

Deutschland zum Selbermachen

Viele kommunale Einrichtungen, wie Bibliotheken, Schwimmbäder oder Gärten, können aufgrund klammer Kassen nicht mehr durch die Gemeinden finanziert werden. Dies muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass sie geschlossen werden. Mit Hilfe des Engagements von Bürgern werden sie vielerorts weiter betrieben. 

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1996 entschied der Bremer Senat, alle Bibliotheken, mit Ausnahme der zentralen Bibliothek und vier Stadtteilbibliotheken zu schließen. Hiervon war auch die Stadtteilbibliothek Horn-Lehe, die sich mit 120.000 Ausleihen pro Jahr großer Beliebtheit erfreute, betroffen. Nachdem Proteste der Bürger die Schließung nicht verhindern konnten, gründeten Bremer Bürger den Förderverein Bibliothek Horn-Lehe e.V., um die Bibliothek in eigener Verwaltung weiter zu betreiben. Der Verein konnte 4.000 Bücher sowie Mobiliar aus dem Bibliotheksbestand übernehmen und eröffnete die Bibliothek in einer Schule neu. Finanziert wird der Betrieb der Bibliothek durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse des Landes. Gegenwärtig zählt der Verein knapp 500 Mitglieder. Der Buchbestand der Bibliothek ist auf rund 13.000 Exemplare angewachsen. 

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Ein weiteres Beispiel für bürgerschaftliches Engagement zum Erhalt ehemals kommunaler Einrichtungen ist der Verein Volksbad Marl e.V. Die Stadt Marl beschloss 1991, das traditionsreiche städtische Freibad aus Kostengründen zu schließen. Die Bürger der Stadt wollten dies nicht einfach hinnehmen und gründeten einen Verein, der den Betrieb des städtischen Schwimmbades noch im selben Jahr übernahm. Seitdem wird das Volksbad durch Eintrittsgelder, Veranstaltungserlöse, Mitgliedsbeiträge, Werbung sowie durch Spenden finanziert. Hinzu kommen jährlich mehr als 6.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Aktuell hat der Verein Volksbad Marl e.V. mehr als 1.000 Mitglieder. 

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2003 musste die Phillips-Universität in Marburg bekannt geben, dass sie den universitätseigenen Botanischen Garten nicht mehr allein mit Landesmitteln finanzieren könne. Es wurde sogar über eine vollständige Schließung nachgedacht. Um dies zu verhindern, gründeten Marburger Bürger den Verein „Freundeskreis Botanischer Garten der Philipps - Universität Marburg e.V.", der mittlerweile 230 Mitglieder zählt. Ihre Mitgliedsbeiträge fließen in die Finanzierung des botanischen Gartens. Zudem helfen die Vereinsmitglieder ehrenamtlich, die täglich anfallenden Arbeiten im Botanischen Garten zu verrichten. Aufgrund der hohen Betriebskosten ist die Finanzierung des Gartens trotz der Hilfe des Vereins jedoch noch nicht vollständig gesichert. Aktuell sucht der Verein nach Projektpartnern, um die Energieversorgung des Gartens effizienter zu gestalten.
Einen Überblick über die Aktivitäten der Vereine sowie Informationen zu einer Vielzahl anderer ehrenamtlicher Projekte finden Sie auf der Internetseite der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft  www.deutschland-zum-selbermachen.de (leider wird der Betrieb der Internetseite am 29.2.2012 eingestellt).