Erfüllter leben


Übersicht Leseempfehlungen

Umweltbewusstsein in Deutschland 2010. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage

smallImage

 vergrößern

Die Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2010" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zeigt, dass zwar Umweltschutz in der Bevölkerung einen relativ hohen Stellenwert hat, aber noch immer hinter wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen rangiert. Dabei sehen mehr Bürger die Verantwortung bei Politik und Wirtschaft als bei sich selbst. Allerdings steigt der Anteil derer, die für einen kulturellen Wandel hin zu nachhaltigen Lebensweisen offen sind oder sich aktiv für diesen einsetzen.

Die Ergebnisse im Detail:

Für 20 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ist der Umwelt- und Klimaschutz der wichtigste oder zweitwichtigste Aufgabenbereich der Politik. Noch davor rangieren allerdings die Arbeitsmarkt- (51 Prozent) sowie die Wirtschafts- und Finanzpolitik (24 Prozent). Bei der letztjährigen Befragung lag der Umweltschutz noch auf Platz vier. Die Prioritätenliste politischer Aufgabenbereiche spiegelt sich auch in folgenden Zahlen wider: 54 Prozent der Bevölkerung sind der Auffassung, dass für die Sicherung des Wohlstands beim Umwelt- und Klimaschutz Kompromisse gemacht werden müssen oder die Sicherung des Wohlstands absoluten Vorrang hat.

Die umweltpolitischen Erwartungen der Bevölkerung richten sich nicht nur an den Staat, sondern auch an die Wirtschaft: 90 Prozent der Bevölkerung meinen, dass die Industrie und Energieversorger zum Umwelt- und Klimaschutz erheblich beitragen können, indem sie umweltfreundlicher produzieren. Der Anteil der Befragten, der die Chance sieht, durch Veränderungen des eigenen Konsumverhaltens einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, liegt dagegen mit knapp 70 Prozent deutlich darunter.

Zwar findet ein kultureller Wandel hin zu nachhaltigen Lebensweisen bei einer relativ großen Minderheit Zuspruch. Beispiels­weise hält jeder vierte Autofahrer Car-Sharing für attraktiv. Auch begrüßt die Hälfte der Bevölkerung die Möglichkeit, Gegenstände des täglichen Bedarfs im unmittelbaren Wohnumfeld auszuleihen, um so den Ressourcenverbauch einzuschränken. Zudem hat sich die Zahl der aktiv im Umweltschutz Engagierten in den letzten zwei Jahren von 4 Prozent auf 9 Prozent mehr als verdoppelt.

Doch einem tiefgreifenden kulturellen Wandel, der auch von politischen Maßnahmen begleitet wird, stehen viele Menschen noch immer skeptisch gegenüber. Nahezu die Hälfte der Bevölkerung stimmt der Aussage zu, dass man bald überhaupt nichts mehr machen kann, wenn es noch mehr Vorschriften für den Umweltschutz gibt.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)(2010), Umweltbewusstsein in Deutschland 2010. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage.

Zur Studie